Rückblick auf das kleine Sommerferienprogramm für Daheimgebliebene 2026
Auch in diesem Sommer konnten wir wieder ein abwechslungsreiches kleines Ferienprogramm anbieten. Bei den Veranstaltungen ging es um Natur und Landschaft, praktischen Naturschutz, handwerkliches Geschick und spannende Einblicke in einen Handwerksbetrieb. Trotz sommerlicher Hitze und mancher wetterbedingter Herausforderung stießen die Angebote auf reges Interesse.
• Führung auf dem Weinwegle am 17. Juli
Zum Auftakt des Sommerferienprogramms trafen sich 15 Interessierte mit Kolja Schümann vom Verein Vielfalt an der Kelter. Zu Beginn gab es einen spannenden Blick auf die Entstehung unserer Landschaft und ihre Entwicklung in den vergangenen 140 Millionen Jahren. In den Kaltzeiten war Süddeutschland eine eiskalte Mammutsteppe. An den steilen und klimabegünstigten Südhängen des Spitzbergs konnten sich dagegen wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten bis in die nacheiszeitlichen Warmzeiten halten.
Diese besondere klimatische Situation bot auch günstige Voraussetzungen für den Weinbau und prägt die Landschaft bis heute. Bei der Führung wurde deutlich, wie eng Erdgeschichte, Klima, Natur und die menschliche Nutzung der Landschaft miteinander verbunden sind. Nach vielen interessanten Eindrücken klang der Abend mit einer Hirtenknab-Weinprobe im Ratsstüble aus.
• Wanderung „Den Arbach entlang bis zur Quelle“ am 15. August
Eigentlich sollte die Wanderung den Arbach entlang bis zu seiner Quelle bei Oberndorf führen. Wegen der großen Hitze musste diese Tour jedoch verschoben werden – sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Ganz verzichten wollten die acht Teilnehmenden aber nicht auf die gemeinsame Wanderung. So ging es am Spätnachmittag mit dem 18er-Bus zur Einkehr ins Rössle nach Oberndorf und anschließend über den Pfaffenberg und Wurmlingen zurück nach Hirschau. Bis in die Dämmerung waren die Wanderer unterwegs und konnten dabei die unterschiedlichen kleinklimatischen Bedingungen erleben: den kühlenden Wald, das deutlich wärmere freie Feld, das aufgeheizte Siedlungsgebiet und schließlich die Kaltluftströme. So wurde auch die Ausweichroute zu einer interessanten Entdeckungstour durch die Landschaft rund um Hirschau.
• Erlebnisnachmittag „Meine Brücke für Hirschau“ am 17. August
Beim Brückenbauen mit Anna Rösch waren 13 Kinder mit Eifer dabei. Nach einer Einführung in verschiedene Brückentypen ging es ans praktische Tüfteln und Basteln. Die Kinder erfuhren, wie unterschiedliche Brückenkonstruktionen funktionieren und wodurch ihre Stabilität entsteht.
Mit viel Kreativität entstanden eigene Brückenmodelle. Dabei konnten die Kinder spielerisch erleben, dass eine stabile Brücke nicht nur gut aussehen, sondern vor allem clever konstruiert sein muss.
• Ein Vormittag beim VEbTiL am 29. August
16 Teilnehmende trafen sich im Oberen Tal zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz mit dem Naturschutzverein VEbTiL. Nach einer Einführung in die Arbeit des Vereins ging es gleich praktisch zur Sache: Weinbergstaffeln und Trockenmauern wurden von Bewuchs befreit, der sommerliche Fruchtfall aufgelesen und Brombeeren samt Wurzelstock aus dem Boden gehackt.
Die große Teilnehmerzahl machte es möglich, zusätzlich zwei Grundstücke im Gewann Riedle zu mähen. Anschließend wurde das Mähgut auf den Häckselplatz nach Weilheim gebracht. So konnten die Teilnehmenden nicht nur viel über die Pflege der wertvollen Flächen und ihren Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft erfahren, sondern selbst kräftig mit anpacken. Zum Abschluss gab es ein verdientes gemeinsames Vesper – eine schöne Gelegenheit, den Vormittag nett ausklingen zu lassen.
• Besichtigung der Bäckerei Leins am 2. September
Elf Erwachsene und vier Kinder nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Bäckerei Leins in Wurmlingen zu werfen und mehr über das traditionelle Bäckerhandwerk zu erfahren. Dabei ging es gleich praktisch los: Nach der Teigbereitung durften alle selbst Hand anlegen und ihre eigenen Gebäckstücke ausformen – von Brezeln und Zöpfen über Schnecken und Knoten bis zum Einstrang.
Die Geschwister Sandra und Andreas Manke sorgten für gute Stimmung, verrieten einige „Tricks“ aus dem Bäckeralltag und führten anschließend durch die Backstube und die weiteren Betriebsräume. Von den Gär- und Kühlkammern über den Mehlsilo bis zum Lager gab es viel zu entdecken. Danach wurden die Bleche eingeschossen und schon bald lag ein köstlicher Duft in der Luft. Die noch warmen Stückle ließen sich anschließend alle schmecken – und bekamen noch eine volle Tüte mit nach Hause.
Ein toller Nachmittag mit vielen interessanten Einblicken und einem besonders leckeren Abschluss!
• Barfuß-Spaziergang am 7. September
Den Abschluss des Sommerferienprogramms bildete der fast schon traditionelle Barfuß-Spaziergang für Groß und Klein. Gemeinsam mit Barbara Göger ging es auf Naturwegen vom Baggersee aus westwärts. Mit kleinen Übungen wurden die Füße zunächst auf das Barfußgehen vorbereitet, bevor unterschiedliche Untergründe mit dem Spürsinn der Fußsohlen erkundet werden konnten.
Das Gehen ohne Schuhe bietet nicht nur ein besonderes Naturerlebnis, sondern ist auch eine wohltuende Erfahrung für die Füße und den ganzen Körper. Zum Abschluss erfrischten einige Teilnehmende ihre Füße bei einem Fußbad im Baggersee.
• Kleine Entdeckungen vor der Haustür
Unser kleines Sommerferienprogramm hat auch im vierten Jahr gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten direkt vor unserer Haustür sind. Ob bei einer Landschaftsführung, einer Wanderung, beim gemeinsamen Arbeitseinsatz für den Naturschutz, beim Brückenbauen, beim Blick hinter die Kulissen einer Handwerksbäckerei oder beim Barfußgehen – überall gibt es Neues zu entdecken und Gelegenheit zum gemeinsamen Erleben.
Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben, sowie bei den engagierten Referentinnen und Referenten, die das Programm erst möglich machen.