Zitate von August Lämmle – und Stimmen aus Protest und Widerstand
Zur Benennung des Lämmlewegs durch den Hirschauer Gemeinderat am 4. Februar 1959
Der Ortschaftsrat Hirschau hat sich im Dezember 2023 gegen eine Umbenennung des Lämmlewegs und für die Kommentierung durch einen „Knoten“ ausgesprochen. Außerdem wurde seinerzeit angeregt, den verbleibenden Lämmleweg auch in Zukunft als Aufforderung zur kritischen Auseinandersetzung und Erinnerung zu verstehen.
„ ‚Heil Hitler!‘ heißt unser Gruß. Was meinen wir damit? Es ist unser Gebet zu Gott und unsere Bitte, daß Er ihm Heil und Segen gebe zu seinem Werk.“
Schwäbische Post (?), o.J.
„Wir werden gehängt, weil wir zusammen gedacht haben.“
Helmuth James Graf von Moltke (1907 – 1945) – letzter Brief an seine Frau Freya, geschrieben kurz vor seiner Hinrichtung am 23. Januar 1945
„Es hat darum der nationalsozialistische Staat klar und fest die ganz primitive Forderung der Entwicklung alles geist – seelischen Lebens im deutschen Volke auf Blut und Boden gestellt und er hat die Pflege bäuerlichen Brauchtums gefordert.“
Brauch und Sitte im Bauerntum, 1935
„Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf.“
Erich Kästner (1899 – 1974) – am 10. Mai 1958 anlässlich des 25. Jahrestags der Bücherverbrennung durch die Nazis
„Dienst am Volkstum ist der Sinn der Hitlerjugend und der Kameradschaft in der SA, ist in seiner zielbewußten Durchdenkung und Durchführung der Arierparagraph und die Beseitigung der Fremdstämmigen aus der Führung des deutschen Volkes und Staates.“
Zeitschrift „Württemberg“. Schwäbische Monatshefte im Dienste von Volk und Heimat, 1937
„Und wieder schläft das deutsche Volk in seinem stumpfen, blöden Schlaf weiter und gibt diesen faschistischen Verbrechern Mut und Gelegenheit, weiterzutöten – und diese tun es.“
II. Flugblatt der Weißen Rose (Juni / Juli 1942)
„Was ich dem Volke, dem deutschen, wünsche für künftige Tage?
Dass ihm der Führer verbleib‘ und ihn der Herrgott beschütz‘!“
Zeitschrift „Württemberg“. Schwäbische Monatshefte im Dienste von Volk und Heimat, 1938
„Es lebe die Freiheit.“
Hans Scholl (1918 – 1943) – letzte Worte vor seiner Hinrichtung am 22. Februar 1943
„Glücklich preis ich den Staat, dem gütige Götter gegeben, Führer und Volk aus dem ewig-einzigen Brunnen des Bluts.“
Huldigung für Wilhelm Murr, NSDAP-Gauleiter in Württemberg, zum 50. Geburtstag im Dezember 1938
„Ich bin ein freier Mensch gewesen. Man muss machen, was richtig ist. Wenn der Mensch nicht frei ist, stirbt alles ab.“
Georg Elser (1903 – 1945) – Gestapo-Vernehmungsprotokoll 1939
„Und da Gott den Mutigen hilft, gab er uns den Führer, den gläubigsten und mutigsten Mann in der Geschichte der Deutschen.“
Vorwort zur Neuauflage seines Buchs „Herz der Heimat“, 1940
„Das Christentum steht und fällt mit seinem revolutionären Protest gegen Gewalt, Willkür und Machtstolz und mit seiner Verteidigung der Schwachen.“
Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945) – Predigtentwurf 1934
„Das Hauptpotential der deutschen Kraft und Leistung steckt im Glauben an sich selbst, an das deutsche Volk und die deutsche Kultur und an seinen Führer Adolf Hitler.“
Schwäbische Post, 1943
„Für Hitler und seine Anhänger gibt es auf dieser Erde keine Strafe, die ihren Taten gerecht wäre.“
IV. Flugblatt der Weißen Rose (Juni / Juli 1942)
Am Montag 4. Mai wird das Theater Lindenhof in Hirschau mit dem Stück „Chaim und Adolf“ zu Gast sein.
Danke für die angesichts des politischen Rechtsdralls in unserem Land bemerkenswerten Zitate aus der Zeit des Nationalsozialismus.